
Babelsbergs Co-Trainer Jens Härtel hospitiert beim 1. FC Union Berlin
Von Matthias Koch
BERLIN - Der Trainerstab des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin hat sich urplötzlich vergrößert. Der „Neue“ heißt Jens Härtel und ist eigentlich Co-Trainer von Drittliga-Aufsteiger SV Babelsberg 03. Doch im Rahmen seiner Ausbildung zum Fußball-Lehrer an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln wird der 41-Jährige in den kommenden drei Wochen als Praktikant auch bei den Berlinern mitmischen.
„Das ist erst einmal ungewohnt. Aber das wird sich im Laufe der Zeit einspielen“, sagte Härtel. Statt Blau oder Weiß in Babelsberg trug er bei Union eine rot-schwarze Kluft. Doch gänzlich unvertraut ist ihm das Stadion An der Alten Försterei nicht. Von 1993 bis 1996 sowie von 1998 bis 2000 kickte er für die „Eisernen“. Etliche ehemalige Mitspieler Härtels sind noch immer oder wieder bei Union: Christian Beeck als Teammanager, Oskar Kosche als Geschäftsführer, André Hofschneider als Co-Trainer, Frank Placzek als Physiotherapeut. Zudem waren auch Mannschaftsleiter Detlef Schneeweiß, Masseur Thomas Riedel und Betreuerin Elvira Henschke schon für das Wohlergehen Härtels als Unioner mitverantwortlich. „Vieles im Umfeld von Union ist so geblieben. Die Kabine ist umgeräumt und größer, jetzt steht ein Fernseher drin. Aber im Grunde ist alles so wie vor zehn Jahren“, sagt Härtel.
Im Sommer 2000 hatte der damalige Kapitän seinen Abschied von Union schon vor den Relegations-Niederlagen zur 2. Liga beim VfL Osnabrück (1:1, 7:8 nach Elfmeterschießen) und LR Ahlen (1:2) verkündet. „Da gab es ein paar Unstimmigkeiten wegen meiner Perspektive nach dem Fußball. Es war einer der Hauptpunkte, warum ich 1998 zurückgekommen bin. Da habe ich gesagt, dass es besser ist, sich zu trennen.“
Seinen 63 Zweitligaspielen mit dem FSV Zwickau zwischen 1996 und 1998 sollten dennoch noch 28 weitere mit Babelsberg in der Spielzeit 2001/02 folgen. Ein Jahr später musste Härtel bei den Nulldreiern jedoch den zweiten Abstieg in Folge und den Lizenzentzug miterleben.
Nach dem Karriereende beim Oberligisten Germania Schöneiche übernahm der frühere Abwehrchef 2005/06 das Cheftrainer-Amt bei den Randberlinern. Seit Oktober 2007 ist er Co-Trainer von Dietmar Demuth in Babelsberg. Und wie sieht es um seine Zukunft aus? „Ich habe um zwei Jahre verlängert. Also sehe ich mich in den nächsten beiden Jahren noch als Co-Trainer in Babelsberg“, sagt Härtel. „Wichtig ist, durch die Ausbildung zu kommen. Das ist wegen der Doppelbelastung nicht so einfach. Alles Weitere wird man sehen.“
Auch wenn für ihn bei Union im Herbst 2010 und Anfang 2011 noch zwei beziehungsweise drei weitere Hospitationswochen folgen, will Härtel seine Babelsberger nicht aus den Augen verlieren. „Ich werde täglich eine Einheit bei Union mitnehmen und wenn es geht, eine in Babelsberg“, meint Härtel. Seinem „Chef“ Dietmar Demuth und Babelsberg 03 ist er für das Entgegenkommen bei seiner Ausbildung ohnehin sehr dankbar.