
Die Mannschaft des SV Babelsberg 03 trainiert bis Freitag in Niedersachsen, die MAZ besuchte sie
Von Matthias Koch
Nach der Qual ist vor der Qual. Die Fußballer von Babelsberg 03 sind am Sonnabend direkt vom Testspiel in Leipzig (siehe Beitrag) zum Trainingslager nach Wesendorf im Landkreis Gifhorn weitergefahren. Kurz vor 20.30 Uhr erreichte der Tross das Sport- und Wellness-Hotel „Lavital“. „Wir haben dann noch etwas gegessen und natürlich zusammen das kleine Finale der Fußball-WM auf einer Großbild-Leinwand gesehen“, berichtete Mannschaftsleiter Marcus „Pepe“ Petsch. „Danach sind aber alle müde ins Bett gefallen.“
Nach den beiden aufeinander folgenden Testspielen am Freitag in Tangerhütte (10:0) und am Samstag in Leipzig (0:0) ging es für die Spieler am Sonntag etwas gemächlicher zu. Um 10 Uhr bat Trainer Dietmar Demuth zu einem 40-Minuten-Waldlauf am Rande des Trainingsgeländes des Vier-Sterne-Hotels. Danach standen am Vormittag nur noch gymnastische Übungen mit Torwarttrainer Christian Rauch auf dem Programm.
Die Hitze macht den Nulldreiern natürlich auch in der niedersächsischen Provinz zu schaffen. In den Unterkünften gehören Ventilatoren zu den wichtigsten Utensilien. Ein besonders großer steht auf dem gemeinsamen Doppelzimmer von Marian Unger und Robert Paul. „Als Kapitän genießt man in dieser Beziehung natürlich einige Vorzüge“, meinte Torhüter Unger mit einem Schmunzeln.
Verteidiger Marcus Hoffmann und Torhüter Daniel Zacher fanden eine andere Art der Abkühlung. Das Duo plantschte ein bisschen im Hotelpool, der eine naturbelassene Umgebung hat. Hoffmann kennt diesen noch aus seiner Zeit beim FC Carl Zeiss Jena. 2007 trainierte der Neuzugang aus Plauen hier mit den Thüringern. Allerdings zog sich Hoffmann vor drei Jahren ausgerechnet in Wesendorf eine schwere Knieverletzung zu. „Ich hoffe, dass mir das nicht wieder passiert“, sagte der gebürtige Pessiner vor dem Mittagessen. Im exklusiv für den SVB reservierten Speiseraum wurden am Sonntag übrigens Ragout vom Lamm in einer hellen Sauce mit Rosmarin sowie Zucchinigemüse und Kartoffelklöße gereicht.
Mit der richtigen Bettschwere ging es dann zum Mittagsschlaf. Ab 16 Uhr gab es noch auf teppichgleichen Rasen eine 90-minütige Einheit mit dem Ball. „Die Bedingungen sind hier wirklich optimal“, lobte Trainer Dietmar Demuth.
Das Babelsberger Trainingslager in Wesendorf bei Gifhorn hatte eigentlich der Traditionsverein Rot-Weiss Essen gebucht. Doch der Insolvenzverwalter der Essener untersagte aus wirtschaftlichen Gründen eine Durchführung. Durch die guten Kontakte von Nulldrei-Trainer Dietmar Demuth zu „Lavital“-Sportmanager Marcus Bergmann gab es eine schnelle Lösung zu Gunsten der Babelsberger. Da konnte Demuth auch verschmerzen, dass seine Jungs am Morgen vor dem Waldlauf ein verschlossenes Tor sportlich überklettern mussten.
Vom 21-Mann-Kader fehlt nur Süleyman Koc. Der Neuzugang von Türkiyemspor Berlin hatte sich bereits am Freitag beim Testspiel in Tangermünde an der Wade verletzt. Er blieb in der Heimat. Am heutigen Montag steht eine MRT-Untersuchung an. Seine Mitspieler werden dagegen am Montagabend um 18.30 Uhr beim Fünftligisten Borussia 06 Hildesheim das nächste Vorbereitungsspiel bestreiten.